Dienstag, 29. Mai 2018

Les Prés d'Orvin

Das Jura Gebirge liebe ich über alles; es ist einfach mein zweites Zuhause. Wenn mein Kopf überlastet ist oder wenn ich traurig bin, dann reicht es, einen Ausflug auf den eher rauen und kahlen Felskämmen des Jura Gebirges zu unternehmen. In kurzer Hand werde ich ruhiger, ausgeglichener und mein Kopf fühlt sich einfach wieder freier. Am liebsten habe ich eher einsame Felskämme oder Gipfel, auf denen ich den Kolkraben, den Wanderfalken oder andere Tiere beobachten könnte. Solche Begegnungen können wir nicht vorausplanen, sie geschehen einfach. Aber wenn es passiert, dann ist der Moment richtig wertvoll. Les Prés d'Orvin über Biel ist ein Gebiet, in dem ich mich wohl fühle und das, was ich unten im Mittelland verloren habe, wieder finde: typische Jura Landschaften, Nadelbäume (sie sind weit davon, alle einheimisch zu sein, aber tja), Schnee und kühlere Sommertage. An der CAS-Hütte kommen wir mein Mann und ich relativ oft vorbei. Von Grad hat man eine wunderbare Sicht auf die Alpen und den Chasseral, einen der höchsten Jura-Gipfel.

Die CAS-Hütte über les Prés d'Orvin im Berner Jura.

Montag, 21. Mai 2018

Rote Aras, Boten aus dem Regenwald

Vor beinah sieben Jahren begann ich dieses Bild, ohne dass ich es fertig stellte. Die Farben waren fast alle und in mir kroch die Angst, dasss es nicht reichen würde, um das Bild zu beenden. Also liess ich es liegen und kümmerte mich nicht mehr darum, obwohl eine Freundin mir immer wieder die gleiche Frage stelle:"Wann machst du es fertig, es gefällt mir sehr!" Aber diese Gefühle der ANgst vor dem Misslingen oder sogar dem Versagen liessen mich weiter versteinern, bis ich irgendwie heute den Einfall hatte, wie ich das Ganze beenden könnte, eben wenn die ursprünglichen Farben nicht genügen würden. Tasächlich musste ich einige Anpassungen durchnehmen, aber letztendlich sieht das Bild gut aus und man sieht eine gewisse Einheit drinnen! 
Wenn ich denke, dass ich so viel Angst davor hatte, das Bild zu versauen, lief alles gut. Viele Farben waren doch noch vorhanden und für den Rest liess ich mir Lösungen einfallen. Mir tut es gut, dass ich dieses Gefühl besiegen konnte und ich merke, dass solche Gefühle oft unbegründet auftauchen und lähmend werden können, aber dass man sie auch einfach mit Ruhe aus dem Weg schaffen kann, indem man sich nach einer guten Lösung überlegt!

Rote Aras mit Acrylfarben auf Karton gemalt.






Sonntag, 6. Mai 2018

Andenken an die Ureinwohner Nordamerikas

Die Sioux Indianer heissen eigentlich Oglala und sind in drei Gruppen geteilt: Dakota, Nakota und Lakota. Sioux ist der Begriff, den die Franzosen für diese Menschengruppe fanden, als sie aufeinander stossen. Im 19 Jahrhundert trafen immer mehr Europäer ins Gebiet der heutigen South- und North Dakota. Die Konflikte wurden mit dem Vertrag von 1868 beendet, der den Ureinwohnern ein Grundstück versicherte: ein Reservat. Aber die Ausdehneung der europäischen Bevölkerung ging weiter. Bald wurde auch noch Gold in den Black Hills gefunden. Die Regierung probierte da, das Lakota-Land zu kaufen, was die Ureinwohner nicht einwilligten. So kamen militäre Tuppen, um sie zu verjagen. In 1876 konnten die Lakota die 7. Kavallerie vom General Custer mit ihren Verbündeten (Cheyenne und Arapaho) besiegen. Dies war ihr grösster und letzter Sieg. Ein Jahr später wurden sie bei Fort Robinson zusammengetrieben und ihr berühmter Anführer Crazy Horse ermordet. In Folge dessen wurde die Pine Ridge Reservation in South Dakota errichtet, in der die heutigen Lakota immer noch leben.
Nach den Konflikten probierte die US-Regierung in 1950, die Ureinwohner in die Städt zur Umsiedlung zu bringen. Aber die meisten Versuche gelangen nicht, denn die Kultur der neuen US-Einwohner war zu unterschiedlch von ihrer . Die Meisten kamen ins Reservat zurück. Der gesellschaftiliche zusammenhalt unter den Familienmitgliedern und die Nähe der Natur fehlten den meistens Auswanderern zu viel.
Heute probieren die Lakota, ihre Kultur mit Modernität zu verbinden und ihren Platz in diesem Riesenland zu finden. Wenn sie Einiges ihrer Kultur retten konnten, finden sie noch nicht wirklich einen Weg aus der Armut und kämpfen gegen die Plage des Alkoholismus. Ihr grösster Erfolg im Moment ist im Bereich Kultur vollbracht worden: Seit 1971 existiert das Oglala Lakota College, das nicht nur von Lakota Studenten, sondern auch von anderen Ureinwohnern und Weissen besucht wird. Dies repräsentiert ein Weg für Hoffnung und eine bessere Zukunft.

Nach wie vor bleibt das von den Europäern mitgebrachte Pferd ein wichtiger Bestandteil der heutigen Lakota Kultur.

Elefanten im Abendlicht

Einmal habe ich mich für eine andere Natur entschieden als die von mir bekannt. Anhand von drei Fotos habe ich eine Afrikanische Landschaft entworfen, durch die eine Elefantenkuh und ihr Kind gemächlich ziehen. Das Endergebnis wirkt friedlich, ruhig, fast majestätisch... Wird so ein Anblick weiterhin möglich sein? Wird der Mensch endlich ein  Gleichgewicht mit der Natur finden können? Wird er einen Weg finden, um sich mit den Elefanten das Land zu teilen? Dies ist nicht sicher; die klimatischen Veränderungen, die immer grösser werdende Bevölkerung, die Angst vor von Elefanten zerstörten Lebensressourcen oder die Gier auf Elfenbein bringen die Menschen immer wieder dazu, die Dickhäuter zu erlegen. In manchen Regionen werden die Stosszähne von Rangers abgesägt, um das Interesse an sie abzuschaffen. In anderen Regionen leben vom Krieg traumatisierte Tiere, die vor Erbgutverarmung bedroht sind, weil nur eins bis zwei Bullen und ein Dutzend Kühe einen bewaffneten Konflikt überlebt haben. Um etwas schützen zu können, muss man es kennen und lieben lernen. Mag es eines Tages wahr werden.